Montag, 6. Juni 2016

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!!!

Letzter Tag der GBI, heute geht's vom Tropical Islands in ca. 70 km nach Berlin. Da frage ich mich schon, ob es sich für das kurze Stückchen überhaupt lohnt, die Fahrradklamotten anzuziehen. Mach ich dann aber doch, aber eigentlich mehr fürs Abschlussfoto.
Zunächst wird aber nochmal herrschaftlich gespeisst im Tropical Islands. Ich glaube, wir hatten noch nie so ein luxoriöses Frühstück. Quasi unter Palmen, Sonnencreme-Duft in der Nase, ging es zur Frühstückslounge. Und was es da nicht alles gab. Croissants, Rührei, Lachs - und Kaffee! Die ganzen anderen Menschen haben uns - glaube ich - ziemlich komisch angeschaut. Sonst laufen da nur Badegäste mit Schwimmflügelchen rum und jetzt eine Meute durchtrainierter Radfahrer in ihren enganliegenden Outfits. Manche haben sogar - ich weiß nicht wie - ihr Rad mit in die Halle gebracht. Beim Hinausgehen aus dem Dome (= der Tropical Islands Halle) halte ich noch freundlicherweise einem Katarischen Teilnehmer die Türen auf, weil er in einer Hand sein Highend-Karbonflitzer und in der anderen Hand den Gepäckwagen schiebt. Als wie vom Blitz getroffen draussen jemand aufspringt und eine Kamera auf uns richtet. Na endlich, dachte ich, so langsam haben die kapiert, wer ich bin. Als ich mich dann aber nach links wende und der Kameramann sich nicht bewegt, wird mir klar - da war noch einer wichtiger als ich. Ich habe wohl dem katarischen Minister die Türen geöffnet, der bei der GBI Tour mitgefahren ist, und auf Schritt und Tritt von mehreren Kameramännern begleitet wurde. So durfte ich mich also für ein paar Augenblicke im Lichte des Ruhms wähnen. So etwa müssen sich wohl auch die Freundinnen/Ehefrauen von Lothar Matthäus fühlen.
Nach dieser Begegnung mit dem Minister traf es sich ganz vorzüglich, daß ich am Vorabend bereits mit einem katarisch-ägyptischen-bahrainischen Team handelseinig geworden bin und nun heute mit zwei netten Damen und 4 netten Herren aus dem Land der aufgehenden Sonne zusammen fuhr. Insbesondere meine nur rudimentär vorhandenen Kenntnisse von Bahrain wurden an diesem Vormittag kräftig verbessert. So habe ich gelernt, daß Bahrain aus 30 Inseln besteht und die Hauptstadt nicht Abu Dabi, Doha oder Dubai ist, sondern Manama ist. GBI bildet!
Mit dabei ist auch Aiman, mein allerallererster Teamcaptain bei der GBI 2009. Schön, mal wieder ein bisschen mit ihm zu fahren und zu plaudern, denn wir fahren ein relativ gemütliches Tempo. Die 50 Kilometer zum Nutritionpoint lassen sich locker bis zur geplanten Gruppenfahrt um 12:45 Uhr machen. Und dann ist da noch Saber und Fayza, unsere beiden bahrainischen Mitfahrer. Fayza hatte ich bei der Hotelplanung (die auch Teil meiner geteilten GBI-Persönlichkeit war) noch als Mann identifiziert und glücklicherweise dank Google nochmal korrigiert. Hui, daß hätte Ärger gegeben. Jedenfalls alles total sympatische Personen. Und hier muß ich nochmal erwähnen, daß die GBI echt hilft, Vorurteile zu verwerfen. In den Medien kann man ja heutzutage fast nicht mehr anders als sich einen Araber mit Sprengstoffgürtel und eine Araberin nur vollverschleiert vorzustellen. Das das aber nur eine supersupersuperkleine Gruppe Bekloppter ist (die es bei uns leider auch immer wieder gibt), kann man immer wieder auf den GBI-Touren feststellen. Die arabischen Fahrer und Fahrerinnen sind absolut weltoffen, tolerant, liebenswürdig und gesellig. Und ja, manche beten sogar und einige Frauen tragen auch ein Kopftuch. Das habe ich allerdings auch bei einigen der westlichen Frauen gesehen. Also, Vorurteile adé, GBI sei dank.
Am Nutritionpoint wurde sich dann gesammelt für die abschließende Gruppenfahrt bis zum Vodafone Office in Berlin. Vorne weg Jürgen mit dem Touroffice als rollende Disko. Davor und daneben unser Begleitschutz, bestehend aus diversen Motorrädern der Malteser, Polizei und unserer eigenen Motorradbegleiter, und dann kam ein nicht enden wollender Konvoy aus fröhlich und entspannt radelnden GBI-lern. Die Musikauswahl reichte von Toten Hosen über Helene Fischer bis zu arabischen Diskogesängen. Und es blieb viel Zeit, sich nochmal mit den in den letzten Tagen neu kennen gelernten und wiedergetroffenen Menschen zu unterhalten. Da kommt richtig Wehmut auf, wenn man bedenkt, daß in ein paar Stunden alles vorbei ist, die Fahrer und Helfer sich in alle Himmelsrichtungen verstreuen und vermutlich erst im nächsten Jahr wieder zusammen kommen. Aber erstmal wurde die letzte Strecke bewältigt. Eigentlich fehlte nur noch das Lied 'Die Karawane zieht weiter, der Sultan hat Dorscht'. Da hätten die Araber aber Augen gemacht.
Im Ziel in Berlin erwarteten uns dann doch einige Menschen - Verwandte, Freunde und Kollegen, und die Fahrer wurden herzlich begrüsst. Vodafone hat dann auch noch etwas zu Essen und Getränke bereitgestellt, bevor es zum letzten Tagesordnungspunkt ging. Auf der improvisierten Bühne (eines LKWs) hat Michael Leuenberger erstmal die Schuldigen der aktuellen Tour zu sich zitiert. Da musste ich wohl oder übel mit hoch, denn mit Mario hatte ich die Tour vorgeschlagen. Und Thomas durfte mit auf die Bühne, weil er die Strecke so super ausgetüftelt hat. Danach wurden noch die Helfer geehrt. Zurecht! Was die in der Woche wieder geleistet habe ist unglaublich. Am ersten Tag klappt noch vieles nicht, aber die Lernkurve geht immer steil nach oben und spätestens am dritten Tag läuft alles wie am Schnürchen. Und unsere freiwilligen Helfer sorgen für kalte Getränke, leckeres Essen, stehen für alle Fragen zur Verfügung und bauen uns ein behagliches Camp auf. VIELEN DANK LIEBE HELFER.
Bei der Verkündung der Spendensumme gab es gleich zwei Überraschungen. Zum einen hat Etienne, der einzige Starter für Südafrika alleine 19.000 € eingesammelt und damit soviel wie noch kein anderer Fahrer vor ihm. Und die katarischen Fahrer (ca. 40) haben insg. über 380.000 € eingesammelt. Damit ist die Gesamtspendensumme in diesem Jahr mal schlapp mehr als verdoppelt worden im Vergleich zu 2016. Über 520.000 € kamen so insgesamt zusammen. Bombastisch.
Und der Höhepunkt war dann natürlich die Verkündung der Strecke für 2017. Die Routen Tanger in Marokko über Gibraltar und Sevilla nach Lissabon und London-Düsseldorf haben sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Mit drei Stimmen Mehrheit hat dann schließlich [Trommelwirbel] die Strecke London - Düsseldorf gewonnen. Es hätte nur noch gefehlt, daß Michael die Siegerstrecke aus einem Kuvert ziehen und die Zauberformel spricht 'And the winner is ...'.



Speedcheck im Spreewald

Heute habe ich mich entschlossen, mal ein bisschen mehr Tempo zu machen. Daher habe ich mich für die heutige Etappe von Radebeul zum Tropical Islands beim Team LTE (Long Tour Enterprise) von Hergen eingeklinkt. Normalerweise fahren die die lange Strecke, aber heute wird nur eine Strecke angeboten, und da musste ich einfach zuschnappen. Wobei - 143 km sind ja auch nicht gerade kurz. Aber durch überwiegend sehr flaches Gelände sollte das machbar sein. Mein Hintern und die Beine sind ja mittlerweile Einiges gewohnt.
Die Nacht war übrigens fanfartastisch, um mal ein gewagtes Wortspiel zu bringen. Am Wochenende tagt der Deutsche Evangelische Posaunentag in Dresden. Und das haben scheinbar einige meiner direkten Hallennachbarn zum Anlass genommen, nach Herzenslust in den Nachthimmel zu posaunen. Wie gut, daß ich eine ziemliche Bettschwere und einen gesegneten Schlaf habe. Morgens gab es - ich glaube, es war tatsächlich das erste Mal im Camp (Prag zählt nicht, da waren wir ja im Hostel), daß es Kaffee gab. Und richtige Brötchen, auch wenn sie hier Strippen heißen. Und nicht diese langgezogenen gummiartigen Tschechenbrötchen. Gut gestärkt ging es also in einer 7er Gruppe los. Zu Beginn hatten wir direkt die höchste Erhebung des Tages vor uns, um aus dem Elbtal zu gelangen. Und dann kam schon Schloss Moritzburg. Kennt jeder! Sollte zumindest jeder kennen! Ich kannte es nicht! Mir wurde aber gesagt, daß zu Honeckers Zeiten hier mal der berühmte Film '3 Nüsse für Aschenbrödel' gedreht wurde. Den kenne sogar ich! Leider läßt Hergen seinen sechs Zwergen (Achtung! Noch ein Wortspiel) keine Zeit, sich ausreichend diesem kulturellen Kleinod zu widmen sondern prescht davon als wäre der Leibhaftige hinter ihm her. Na ja, wir sind ja auch nicht zum Kulturbummel hier, sondern zum Radfahren. Also weiter nach Norden durch die Lausitz, keine Ahnung ob Ober- oder Nieder-. Jedenfalls wird das Wetter nach anfänglicher Bewölktheit immer Besser und letztendlich hole ich mir trotz Sonnencreme einen ordentlichen Sonnenbrand. Nach den Regengüssen der letzten Tage zumindest eine Alternative.
Irgendwann kommen wir durch ein riesiges Braunkohleabbaugebiet. Anfangs müssen wir die Räder sogar noch etwas über die gerade im Bau befindliche Strasse schieben, aber dann empfängt uns eine tolle glattasphaltierte Strasse, auf der es sich herlich rollen lässt und unser Schnitt Umdrehung für Umdrehung nach oben geht. Am Ende des Tages haben wir einen Schnitt von 26,5 km/h auf 152 km. Das habe ich bisher noch nicht geschafft. Der Nutritionpoint ist wie immer Treffpunkt und Energiequelle. Unsere Nutritionmen sagen uns, daß wir die zweite oder dritte Gruppe sind. Dank des Hergen-ICE sind wir ganz nah am Treppchen.
Unterwegs nehmen wir noch Jorge (gesprochen: Choche) aus Spanien auf. Bei dem Namen muß ich immer an diesen schwulen (Verzeihung für meine politisch völlig unkorrekte Bezeichnung) Tanzjuroren bei 'Let's Dance' denken. Aber unser Jorge war viel cooler. Und schneller. Zusammen ging es durch den Spreewald bzw. die Aussenbezirke. Dann hatte irgendjemand die grandiose Idee, im Städtchen Lübbenau Mittagspause zu machen, obwohl es nicht direkt auf der Route lag, sondern ein paar Kilometer entfernt. Und das war eine wirklich gute Idee. Direkt am Hafen enterten wir eine Restaurantterasse und labten uns an Spreewälder Gerichten. Das Glas 'Original Spreewälder Gurken' habe ich aufgrund des Gewichtes leider nicht mitnehmen können. Dafür haben wir aber noch ein Gruppenbild vor dem schönen Hafen mit den Spreewaldkähnen gemacht. Für die Zeitung. Morgens hatte mich nämlich eine Redakteurin einer lokalen Zeitung angeschrieben, ob ich ihr nicht ein schönes Foto von der GBI im Spreewald schicken kann. Ein Teil meine geteilten Persönlichkeit ist ja auch für die Presse der GBI verantwortlich. Gesagt - getan. Nur der kleine urige Kapitän, den Hergen fürs Foto noch rekrutiert hatte, war plötzlich nicht mehr zu sehen. Vielleicht hat der sich mit seinem Kahn vom Hof (bzw. vom Hafen) gemacht. Wir waren ihm wohl ein bisschen unheimlich.

Danach ging es dann weiter im Affenzahn zum Tropical Islands. Schon von Weitem konnte man die ehemalige Cargolifter-Montagehalle erkennen. Das ist ECHT riesig. Und je näher man kommt, desto kleiner kommt man sich vor. Aber zunächst ging es über die alte Startbahn der Russischen Luftstreitkräfte (die waren wohl als erste auf diesem Areal) zum Campingplatz. Für die Camp-Schläfer gab es mehrere Tipi-Zelte und einen ehemaligen Hangar, der jetzt als Multifunktionshalle genutzt wird. Ich habe mir den Luxus gegönnt, in einem der superneuen Mobilheime zu nächtigen, da sich meine Family für den Abend angesagt hat. Und abends um 23 Uhr, nachdem sie angekommen sind, ging es dann auch noch mal für 2 Stündchen in die Tropen. Echt klasse dort. Sogar einen Regenwald mit echten Flamingos gibt es da. Und Riesenrutschen (die leider schon geschlossen waren), die neue Amazonia-Aussenwelt (die leider schon geschlossen war) und viele Shops (die glücklicherweise schon geschlossen waren). Aber genug Wasser zum planschen war noch da. Und unsere Ägypter haben mal wieder mächtig Yalla Yalla gemacht.

Freitag, 3. Juni 2016

Mit den Brandenburg Cyclerz nach Sachsen

Tag 5 der Tour, und wieder Regen!!! Zumindest schien es am Morgen so. Als ich solangsam in der Halle erwachte, dachte ich zunächst, es wäre die Lüftung. Aber nein, es stellte sich heraus, dass es mal wieder wie aus Kübeln schüttete. Warum hat der Wettergott nur dieses Jahr kein Einsehen mit uns?? Ich war schon ziemlich niedergeschlagen, da ich bei diesem Wetter nicht auf Rad steigen würde. Ich wusste ja noch, wie erbärmlich ich zwei Tage vorher gefroren habe bei de Regen. Also erstmal anziehen und frühstücken. Heute zum ersten Mal im Camp mit KAFFEE. Richtiger warmer, brauner Kaffee. Leider gab es nur Kümmelbrötchen, die ich mir nicht antun wollte. Zwei Schokoriegel und später noch ein Müsli mussten heute reichen. Glücklicherweise ist die Wolke dann irgendwann weitergezogen und es heiterte auf, so dass die Team nach und nach alle losfahren konnten. Diesmal fuhr ich mit dem Team 'Brandenburg Cyclerz' von Mario Stiller. Auch hier waren einige altbekannte GBI-Kollegen mit dabei und einige neue Gesichter. Landschaftlich war es heute sensationell. Der Elberadweg durch das Elbsandsteingebirge zeigt immer wieder faszinierende Felsformationen und tolle Örtchen auf der gegenüberliegenden Elbeseite.
Das Team harmonierte gut und so kamen wir einigermassen zügig voran und konnten sogar noch verschiedene Zwischenhalte auf der Strecke machen. Der letzte Zwischenstopp in einem Biergarten direkt an der Elbe war dann auch eine glückliche Fügung, da es 10 min nach unserer Einkehr - wer hätte es geglaubt - wieder heftig zu schütten anfing. Glücklicherweise konnten wir in das Restaurant flüchten und wurden endlich mal nicht nass. Es soll ja auf der Tour sogar schon Menschen geben, die meinen, dass der Regen immer nur dann kommt, wenn ich in der Nähe bin. So ganz von der Hand weisen läßt sich das nicht, da der Regen mich ja jedesmal trifft.
In Dresden angekommen ging es noch zu einem kleinen Sightseeingtrip durch die City. Die Frauenkirche, Zwinger und Semperoper standen auf dem Programm. Und dann ging es weiter zu unserem Tagesziel in Radebeul. Es erwartete uns ein schönes grosses Camp, eine grosse Halle und ein süsser Ort mit zahlreichen Restauraunt. Und während ich diese Zeilen schreibe in meinem 'Bett', höre ich ein Konzert aus hundert Körperöffnungen, so das ich noch nicht weiß, ob und wann ich heute einschlafen werde. Aber das ist wohl der Preis, wenn man nicht im Hotel übernachten will.

Endlich mal wieder trocken radeln


Der vierte Tag ging von Prag in den Norden der tschechischen Republik nach Usti nad Labem. Nach der Regenkatastrophe vom Vortag erwartete uns heute ein sehr schöner Tag mit Sonne und Wolken, aber ohne Regen. Sogar die pitschnassen Klamotten sind irgendwie trocken geworden. Heute habe ich mich dem Vodafone Red One Team angeschlossen. Das Team kannte ich bereits von einem längeren gemeinsamen Teilstück des ersten Tages sowie von einigen Trainingsfahrten im Vorfeld der GBI. Da ich mich auch um die 'Rekrutierung' des Teams bei Vodafone gekümmert habe, bekam ich sogar ein Trikot und Hose im Teamdesign, damit wir alle wie aus einem Guss fahren konnten. Leider konnten einige Teammitglieder heute nicht mitfahren. Die Erschöpfung und ein scheinbar aufziehender Magen-Darm-Virus dezimierte uns fast um die Hälfte. Insgesamt zu sechst ging es dann aber los, und wir fuhren in einem erstaunlich homogenen und zügigen Tempo zunächst an der Moldau entlang und später über eine Hügelkette. Die zurückzulegenden Höhenmeter waren zwar nicht ohne, im Vergleich zu den Vortagen aber ein Klacks. Oder sind wir bereits so im Training, daß es uns nur so vorkommt? Unterwegs hatte Nadine noch zwei Platten, die aber dank Teamwork schnell geflickt werden konnten. Der wunderschön gelegene Verpflegungspunkt wurde zu einer kurzen Rast und Verpflegungsaufnahme genutzt, bevor es auf das letzte Teilstück des Tages ging. Die Landschaft hier in Tschechien ist wirklich super schön. Überall nur Natur. Allerdings sind die Strassen sehr unterschiedlich. Manche Abschnitte sind super neu und gut geteert und dann gibt es auch wieder diese Strassen, die aussehen wir ein Schweizer Käse.
Ein Stück wurden wir von einem starken Rennradteam mitgezogen, so dass wir zeitweise einen Schnitt von über 30 km/h erreichten (aber nur für einige Kilometer, danach mussten wir abreissen lassen, um ein langsameres Teammitglied wieder herankommen zu lassen). Zu guter Letzt erreichten wir die Elbe und fuhren schön flach bis nach Usti nad Labem ins Camp. Dort angekommen, durfen wir feststellen, daß wir unter den ersten 5 Teams waren, die angekommen sind. Das hatte ich im meiner GBI-Laufbahn auch noch nicht erlebt. Aber das war ganz gut so, denn später am Abend kam (wieder mal) ein ziemlich heftiger Schauer runter, der einige Teams noch gut erwischt hat. Allerdings nutzte einer unserer Fahrradtechniker diesen Schauer, um sich im Freien zu duschen. Das heutige Nachtlager war eine Eissporthalle, in der glücklicherweise das Eis vorher abgetaut wurde.


Donnerstag, 2. Juni 2016

It's raining cats and dogs

Der dritte Tag führte von Tabor nach Prag. Eigentlich eine super Sache, zumal ich am Vorabend noch von einem der GBI-Sponsoren die Einladung zu einem Sponsoren-Abendevent in der Prager Altstadt direkt an der Karlsbrücke erhielt. Ich muss ihn wohl sehr verdutzt angeschaut haben, denn er meinte, man wolle ein paar wichtige Vodafonis zum Essen einladen. Auch meine Antwort, dass er bei mit da sicherlich an der falschen Adresse wäre, liess er nicht gelten. So bestand wenigsten Aussicht auf Sattwerden in netter Gesellschaft, da auch das Red One Team mi eibgeladen war.
Vorher waren allerdings noch viele Unwägbarkeiten zu meistern. Die erste war der fehlende Kaffee zum Frühstück. Das Gefühl kaffeelos abzufahren kannte ich ja schon. Aber diesmal mit Team Bike4Fun, deren Teamleader leider kurzfristig krankheitsbedingt absagen musste und durch Betnhard, mit dem ich auch schon so manche Strecke gemeistert habe, würdig vertreten habe. Micha, ein Freind aus Kindertagen war auch dabei. Ebenso die beiden Leipziger Flix und Sven, die meinten, die Berge ohne Gangschaltung befahren zu müssen (a.d.R. die Räder nennt mam Fixies oder Singlespeed-Räder). Mir war es den Aufpreis für die Schaltung echt wert, wenn ich die armen Kerle ihre Räder immer die letzten Meter am Berg schieben sah. Und da war dann noch Michael unser Nordlicht.
Das der Tag wettertechnisch unter keinem guten Stern stand sagten uns alle Wetter-Apps, die wir befragten. Bis zum Nittag sind wir aber doch erst einmal (ziemlich) nass geworde, konnten uns aber in einem Restaurant mit zwei Dutzend anderen GBI-lern aufwärmen und zu mittag essen. Sofort nach der Abfahrt aus dem Restaurant ging es dann los. Erst Regen, der schell zu Starkregen wurde, gefolgt von Gewitter und zuletzt Hagel. Ich glaube, ich war in meinem ganzen Leben noch nicht so nass. Zudem waren wir völlig durchgefrohren und die Abfahrten auf regennasser Strasse waren aucj nich ohne. Also entschlossen wir uns im nächsten Ort zu etwas, dass ich in sieben GBI-Jahren noch nie machen musste - wir sind mit der Bahn weiter mach Prag gefahren. Da der Lokführer an jeder Mülltonne angehalten hat, geriet mein Zeitplan mächtig in Bedrängnis, sollte ich doch um7 Uhr im Restaurant sein. Hat aber dann alles noch geklappt und ich  war froh, dass wir heute eine Hostelübernachtung hatten und die nassen Klamotten trocknen konnten.
Der Abendevent war dann richtig klasse. Auf einer schwimmenden Terasse in der Moldau mit Blick auf die Karlsbrücke. Und jetzt schien auch die Sonne wieder.

Mittwoch, 1. Juni 2016

Olympia in Böhmen

Der zweite Tag hat es echt in sich. Er ist die längste Etappe (147 km) mit den meisten Höhenmetetn (1800 m). Also genau die richtige Trainingsausfahrt für mich. Es ging von Znojmo nach Tabor.
Bereits das Frühstück erinnerte mich an letzte Tour, und die vorletzte. Es gab mal wieder am ersten Tag keinen Kaffee. Dafür war diesmal die Njtella nicht im Kühlwagen aufbewahrt worden.
Heute 'beglücke' ich das italienisch-britisch-tschechische Team Olympia mit meine Anwesenheit. Davide, den Capitano, kenne ich schon seit unseren gemeinsamen Tagen damals am Fusse des Gotthards (a.d.R. GBI Europe 2009).
Zu Tim, dem Country Champion aus UK, und Radek, unserer tschechischen Bergziege, gesellten sich noch Leonardo, den ich auch von der GBI 2009 kenne, Giovanni und Andrea (m), mit dem ich früher häufig in der Mittagspause laufem war.
Bereits kurz nach dem Start erwischte uns der erste Schauer, zum Glück nur ein kurzer. Dafür belohnte die Landschaft mit zahlreichen Burgen und Seen, die immer irgendwie sehr nett im Weg rumlagen. Und den ganzen Tag ging es stetig auf und ab, bis auf knapp 700 m Höhe. Am Verpflegungspunkt war ich dann auch schon ziemlich im Eimer, aber danach ging es irgendwie deutlich einfacher. Als wir am frühen Abend endlich Tabor erreichten und das Ende der Fahrt herbeisehnten, wurden wir wie aus dem Nichts noch mit einer steilen Rampe zur City, einer halsbrecherischen Kopfsteinpflasterabfahrt und noch einem finalen Anstieg belohnt. Aber dann kam das Camp in Sicht und später wurden wir sogar nich mit einen tollen Regenbogen belohnt

Espresso Bar meets Curry Connection

Erstmal muss ich mich entschuldigen, daß ich bisher die letzten Tage bloggen geschlampt habe. Aber ich komm einfach zu nix!
Der erste GBI-Tag begann nach einer Gewitternacht in Klosterneuburg, vor den Toren von Wien. Durch den Regen war der eigentliche Startort (Rasenplatz) so matschig, daß wir kurzfristig umplanen mussten. Was ja dem erfahrenen GBI-Teilnehmer nichts Neues ist. Und dann kamen auch schon alle Teilnehmer an. Ein Gewusel wie auf der Kirmes, jeder sucht sein Rad, sein Gepäck, sein Team oder muß sich noch registrieren. Aber irgendwie sind am Ende doch alle startklar.
Ich hatte mich im Vorfeld ja dazu entschieden, dieses Jahr ein Team-Hop-On-Hop-Off zu machen, um mal mit all den Teams zu fahren, die ich in den letzten Jahren getroffen habe. Den Anfang machte Team Espresso Bar, ein passender Name um den Einstieg nach einer mäßigen Trainingssaison zu machen. Los ging es für uns allerdings erst mit leicher Verspätung, da Steffen beim Flugzeugtransport sein Schaltauge ruiniert hatte und ein Leihrad benötigte. Und es haben sich unserem Team noch die zwei Quoten-Inder angeschlossen, die dieses Jahr das erste Mal dabei sind und ihr eigentlichen Team nicht gefunden haben.
Zunächst ging es entlang der Donau bei schönstem Frühsommerwetter entlang von perfekt präparierten Radwegen. Weiter gings durch das Weinviertel bis zur tschechischen Grenze. Super schöne Landschaft und alles super zu fahren. Zwischendurch haben wir das Vodafone Red One Team getroffen und sind einen Großteil des Tages gemeinsam gefahren. Kurz vor dem Ziel ging's über die Grenze nach Tschechien. Glücklicherweise hatte keiner der Grenzposten Lust uns zu kontrollieren. Kurz vor der Grenze erzählte mir Vivek, der Inder, daß sein Reisepass im Gepäck (im Gepäck-LKW) liegt. Da würde ich sagen, Glück gehabt, Vivek. Hinter der Grenze gab es dann das erste tschechische Bier für uns (für gefühlte 50 Cent) :-).
Znojmo erwartet uns dann mit einer tollen Stadtkulisse. Blöderweise lag die City auf dem Berg und wir waren unten. Also noch ein letztes Mal in den kleinen Gang runterschalten und hochkurbeln. Im Camp erwartete uns dann wieder das altbekannte GBI-Feeling. Matratzen holen, Schlafplatz in der Turnhalle suchen, gemeinschaftliches Duschen und dann lecker Essen und Trinken. Was die GBI alles für die Teilnehmer organisiert, kann man daran erkenn, daß auf dem benachbarten Sportplatz ein American Footballspiel stattfand. Toll wäre es noch gewesen, wenn die Puschelgirls (ähm Cheerleader) uns am nächsten Morgen noch im Spalier verabschiedet hätten. War aber nicht. Trotzdem war es ein toller Tag mit dem Espresso Bar Team.