Sonntag, 8. Mai 2016

Trainingstour mit Hindernissen

27 Grad Celsius, kein Wölkchen am Himmel und den Nachmittag frei - was will man mehr. Also nix wie rauf auf den Sattel und ab dafür.
Da ich eh noch eine lange 'Königstrainingsetappe' für alle Interessierten vor der Tour anbieten wollte und diese selbst noch nicht komplett abgefahren bin, wollte ich zumindest den ersten Teil heute testen und somit zum zweiten Mal in diesem Jahr die 100 (km) knacken. Alles läuft zunächst super. Unterwegs auf dem Weg den Esel (warum der so heißt kann mir bis heute kein Mensch sagen) runter nach Kettwig treffe ich sogar noch einen ebenfalls in weiß-grün gewandeten GBI-Jünger auf dem Weg nach oben. Also - nicht ganz nach oben - nur den Esel rauf. Und selbst in den High Hills der Ruhrhöhen läuft alles erstaunlich gut. In Essen-Heidhausen treffe ich dann auf eine andere Rennradfahrer(in - glaube ich zumindest, konnte sie nur von weitem und hinten sehen). Mein männliches Ego war jedenfalls der Meinung, daß man(n) nicht einfach so hinterher fährt oder sich gar abhängen lässt. Also gebe ich noch etwas Dampf in den Kessel, dann geht es eine schöne schattige Strasse bergab und wieder bergauf. Leider mit etwas zu vielen (manche nennen es Unebenheiten oder Asphaltporen, ich nenne es) Schlaglöcher, und als ich eines davon versehentlich durchfahre, spüre ich das Unheil schon irgenwie. Etwas ist anders als vorher. Und dann höre ich auch noch so ein unheilvolles Geräusch. Pffffff. Und schon ist meinem Vorderreifen die Puste ausgegangen. Schöne Sch...
Aber ich habe ja alles an Werkzeug dabei. Also Bike auf den Kopf gestellt, Werkzeug und Ersatzschlauch raus und ran ans Werk. Alles gut soweit - und ich habe sogar statt Pumpe diese wunderbaren CO2-Kartuschen, die das Rad in Nullkommanix aufpumpen, ganz ohne lästiges Pumpen. Das hatte ich schon mal am Mountainbike ausprobiert, mit sehr mäßigem Erfolg = Patrone verschwendet und dann doch manuell pumpen müssen. Heute habe ich nicht eine Patrone verschwendet, sondern ZWEI. Und Luft war trotzdem keine im Reifen. Dafür war mein Ventil und die Kartusche mit einer weihnachtlich-anmutenden weißen Schicht überzogen und arschkalt. Zum Glück hatte ich ja Handschuhe an. Half aber alles nichts, die Luft war sonst wo (atmosphärisch vermolkült), aber der Reifen weiterhin platt. Und eine Luftpumpe braucht man ja nicht, bei diesen tollen Kartuschen (dachte ich vorher noch). Da sich auch weit und breit kein anderer Fahrradfahrer mit Luftpumpe oder auch ohne sehen ließ (wo waren die nur alle hin?) musste ich wohl oder übel zurück zum nächsten Dorf (schieben). Natürlich erstmal in die falsche Richtung bergab :-(. Im Ort habe ich mir dann an einem Kiosk die BamS (weil mich die Neugier packte), einen Snickers (weil mich der Hunger packte) und eine Flasche Bier (weil mich der Frust packte) gekauft und auf mein persönliches Muttertagstaxi gewartet.
So sind aus den anvisierten 110 km doch nur etwas über 70 geworden. Jedenfalls weiß ich jetzt, daß die geplante 'Königstrainingsetappe' landschaftlich sehr sehenswert, sportlich herausfordernd und für Deppen wie mich zu schnell zu Ende ist. Und ich habe mir als Quintessenz des Tages vorgenommen, demnächst wieder auf Oldschool-Luftpumpen zu setzen und nicht auf diesen neumodischen Kram.

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